Jahrestagungen

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Rückblick auf die Jahrestagung der VKRG Köln 2019

Während der in Kooperation mit dem Institut für Lehrerfortbildung  (IfL Essen) und dem Katholisch-sozialen Institut (KSI) Siegburg durchführten Tagung ging es 2019 um die Situation der katholischen Kirche als Herausforderung für den Religionsunterricht. Mit der vorangestellten Aufforderung „Und dennoch ist von der Kirche zu reden ...“ war die Stoßrichtung der Tagung vorgegeben: Klare Bestandsaufnahme der krisenhaften Entwicklungen (wie Amtsmissbrauch oder sexuelle Gewalt) und die damit verbundenen Negativfolgen (z.B. Ansehensverlust der Institution, Kirchenaustritte), aber auch die Suche nach alternativen Wegen der Schuld- und Verlustbewältigung und Perspektiven einer gelingenden Praxis. Der kritisch-solidarische Blick auf die Kirche erfolgte aus unterschiedlichen Perspektiven:

 

Professor Gregor Maria Hoff (Fundamentaltheologe, Salzburg) referierte über „Kirchliche Gegenwarten. Die katholische Kirche zwischen Missbrauch und synodalem Prozess“, wobei es nicht bei der realistischen Diagnose blieb, sondern auch die sich abzeichnenden kirchlichen Gegenantworten auf die Missbrauchskrise deutlich wurden.

 

Dr. Wunibald Müller (Würzburg), ehemaliger Leiter des Recollectio-Hauses im Kloster Münsterschwarzach, berichtete als Psychologe und Theologe eindrucksvoll von seinen erschütternden Erfahrungen in seiner Arbeit mit Missbrauchsopfern („Die Missbrauchskrise der katholischen Kirche. Unmittelbare und weitergehende Konsequenzen“) und zeigte dennoch hoffnungsvolle Schritte auf: „Der Letzte macht das Licht aus? Lust auf morgen in der Kirche. Eine Ermutigung und Zumutung“).

 

Pfarrer Franz Meurer (Köln, Höhenberg-Vingst) stellte die aktuelle pastorale Situation im Erzbistum Köln und konkret in seiner Gemeinde dar („Viel geht, wenn Vertrauen geht!“ Der Zukunftsweg im Erzbistum Köln“). Er plädierte für Eigenverantwortung und selbstbewusstes, demokratisches Handeln.

 

In ihrem Vortrag „Die `Frauenfrage´ als Machtfrage“ beeindruckte Dr. Christiane Florin (Deutschlandfunk, Köln) mit ihrer  klaren Diagnose, indem sie mit klugem Scharfsinn und teils bitterer Ironie auf Absurditäten im Umgang mit Frauen innerhalb der katholischen Kirche aufmerksam machte. Auch sie zeigte Zukunftsperspektiven auf, die z.B. in der Initiative Maria 2.0 deutlich werden.

 

Die Themen der Workshops erweiterten den Horizont der Sorge um die heutige kirchliche Situation mit Blick auf die Anfragen der Schülerinnen und Schüler und mögliche Antworten:

„... dennoch von Sexualität und Liebe reden – Perspektiven einer menschengerechten Sexualethik (Schockenhoff)“ (Dr. Ulrich Günzel, Bad Münstereifel),

„Zwischen Bergpredigt und Heiligem Krieg Kirchengeschichtliches Lernen und christliche Identität“ (Dr. Christian Uhrig, Essen),

„Orientierung geben: Ethisches Lernen und Empathieförderung im RU“ (Viktoria Lenz, Bonn).

Kurzfristig konnte Dipl. Theol.´ Maria Mesrian eingeladen werden. Sie stellte die Initiative Maria 2.0 vor.

 

Als seit Jahrzehnten bewährtes und allseits geschätztes Angebot stand unter der kompetenten  Beratung durch Dipl. Theol.´ Ilsetraud Ix der Büchertisch des Altenberger Domladens zur Verfügung. Hier konnten sich die Teilnehmer*innen über neueste religionspädagogische Literatur nicht nur informieren, sondern diese auch erwerben.

 

Die spirituellen Angebote (die morgendlichen Eucharistiefeiern und die abendliche Komplet) wurden eindrucksvoll durch die musikalische Gestaltung einer Tagungs-Schola unter Leitung von Natalie Richter sowie dem Organisten Professor Wolfgang Bretschneider realisiert und standen unter der liturgischen Leitung von Professor Albert Gerhards.

 

Während der Mitgliederversammlung wurden neue Mitglieder in den Beirat gewählt und langjährige Beiratsmitglieder verabschiedet. Die Änderung in den Personalien ist auf der Seite Aktuelles zu finden.

 

Das Protokoll der Mitgliederversammlung wie auch einige Vorträge der Tagung stehen im Downloadbereich für Mitglieder zur Verfügung.

  

Die Tagung 2020 wird die „Herausforderungen und Chancen für die kirchliche Moral- und Soziallehre durch die sog. Künstliche Intelligenz“ (Arbeitstitel)  thematisieren und findet vom 16.-18.11.2020 im Katholisch-Sozialen-Institut Siegburg auf dem Michaelsberg statt.

Schon jetzt eine herzliche Einladung!

 

Vorstand und Beirat der VKRG im Erzbistum Köln

 

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